Magischer Ort „Literaturbalkon“

Wer sich schon einen ersten Eindruck vom Literaturbalkon machen will findet Bilder und Hintergründe zum Literaturbalkon in dem Beitrag von br24.

Der „Würzburger Stein“ hat einen Literaturbalkon bekommen. Dieser bietet beste Gelegenheit auf den Spuren großer Dichter zu wandeln – in luftiger Höhe über dem Maintal. Hier werden vier Dichter und Literaten vorgestellt, die einen besonderen Bezug zu Würzburg und dem Wein haben. Darunter Deutschlands Dichterfürst Johann Wolfgang von Goethe.

Johann Wolfgang von Goethe – Hommage an den Würzburger Steinwein

Er hat den Steinwein sehr geschätzt, wie aus seinen Briefen hervorgeht: “[…] sende mir noch einige Würzburger; denn kein anderer Wein will mir schmecken, und ich bin verdrüßlich, wenn mir mein gewohnter Lieblingstrank abgeht” (17.6.1806).

Eine Kellerbuchaufgliederung aus dem Goetheschen Haushalt benennt explizit den Würzburger Stein, also die Lage. Dies ist ungewöhnlich und lässt zwei Besonderheiten erkennen, die weinhistorisch von Bedeutung sind: In der damaligen Zeit trank man „Burgunder“, „Elsässer“, „Rheinwein“ oder „Moselwein“. Nur große Weine wurden näher bezeichnet, etwa der Niersteiner oder der Würzburger. Lediglich in ganz wenigen Fällen war es schon damals üblich, die eigentliche Lage noch einmal gesondert als Qualitätsmerkmal herauszustellen. Der Grund: die Weine aus einem speziellen Gebiet hatten schon einen hohen Bekanntheitsgrad  und waren entsprechend kostbar. Goethe hatte also nicht nur den sehr bekannten Würzburger in seinem Keller, sondern auch die Rarität „Würzburger Stein“. (Quelle)

Hermann Hesse – Würzburg in der Literatur

Er ist der Literat und Nobelpreisträger in der Runde am Literaturbalkon. Hermann Hesse schwärmte von Würzburg. von seiner südlichen, sinnlichen Atmosphäre. 1928 besuchte er die Domstadt am Main als Tourist. Seine Eindrücke verarbeitete er in dem  Roman „Narziß und Goldmund“. Goldmund lernt das Handwerk des Bildschnitzers in einer Bischofsstadt – die Würzburg ja bekanntlich ist und die Beschreibung mancher Skulptur im Roman erinnert an Riemenschneider-Arbeiten:  davon finden sich einige in Würzburg. (mehr zur Entstehung des Romans)

In dem Essay „Spaziergang in Würzburg“ machte er der Stadt ein wunderbares Kompliment: „Wenn ich ein zukünftiger Dichter und gerade mit der Wahl meines Geburtsortes beschäftigt wäre, dann würde ich die Stadt Würzburg sehr mit in Erwägung ziehen.“

Walther von Vogelweide

Sehr prominent und für die Besucher der Residenz nicht zu übersehen findet sich Walther von der Vogelweide als Skulptur im Frankoniabrunnen.

Er ist der älteste Dichtervertreter am Literaturbalkon – der wohl bedeutendste Minnedichter. Er soll in Würzburg sogar begraben sein. Wie der vierte in der Runde, nämlich Leonard Frank, hatte er sich in seiner Dichtung und Sprüchen mit  Politik auseinandergesetzt und Kritik daran geübt.

In Würzburg erinnern weitere Orte an ihn: Wir Würzburger kennen seinen Gedenkstein im Lusamgärtchen, direkt hinter dem Neumünster. Der mit Bäumen und Pflanzen bewachsene Hof bildet eine ruhige Oase mitten in der Innenstadt.

 

Leonhard Frank

Der aus Würzburg stammende sozialkritische und pazifistische Schriftsteller wird mit erhobenem Schoppenglas dargestellt, wie er seinen Blick nach Osten über die Rebzeilen schweifen lässt.

Leonhard Frank wurde im Mainviertel am Fuß der Festung Marienberg geboren und wuchs dort unter ärmlichen Verhältnissen auf.

Mehr über die Literaten ist an einem Stehpult nachzulesen. Dazu haben wir und unsere Gäste des Noxum Tech Summit Gelegenheit am 19. September abends bei der Weinbergswanderung.

Übrigens –  wer sich selbst mal auf den Weg zum Literaturbalkon machen will: einfach Literaturbalkon in maps eingeben, oder Mittlerer Schalkbergsweg, Würzburg.